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Der Rechtsanwalt rät: Mindestlohn jetzt prüfen

Arbeitgebern ist seit 1. Januar gesetzlich verboten, weniger als den gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde zu zahlen. Es gibt nur wenige Ausnahmen. Akkordprämien und Spesen dürften ebenso wie Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit nicht auf den Mindestlohn anzurechnen sein. Rechtsanwalt Yves Girardot von Rechtsanwälte Girardot Lörtzing Zocher in Ilmenau erklärt klar: "Hiervon abweichende Vereinbarungen sind gemäß § 3 Abs. 1 Mindestlohngesetz (MiLoG) unwirksam.

Wer weniger erhält, kann die Differenz zum Mindestlohn nachverlangen, und zwar bis zu drei Kalenderjahre rückwirkend." Das gilt auch, wenn der Arbeitsvertrag kürzere Fristen enthält. Zudem drohen dem Arbeitgeber hohe Ordnungsgelder. Liegt der Lohn sogar mehr als 1/3 unter dem Üblichen, ist die Bezahlung sittenwidrig. Der Arbeitnehmer kann dann nicht nur Aufstockung auf 8,50 Euro je Stunde, sondern sogar das noch höhere branchenübliche Geld verlangen.

"Arbeitgeber sollten unbedingt darauf achten, dass die Vergütung ihrer Mitarbeiter mindestens 2/3 des üblichen Lohns beträgt.", rät Anwalt Girardot. Sie haften dabei direkt auch für die Einhaltung der Mindestlöhne bei beauftragten Subunternehmern oder gegenüber eingesetzten Leiharbeitskräften. "Hier müssen zahlreiche Subunternehmerverträge unbedingt angepasst werden", warnt Rechtsanwalt Girardot. Er rät Arbeitgeber , unbedingt auch die Arbeitsverträge mit den eigenen Beschäftigen auf die neue Gesetzeslage hin kompetent prüfen zu lassen und anzupassen. Arbeitnehmer, die den Verdacht haben, zu wenig zu erhalten, sollten anwaltliche Hilfe in Anspruch nehmen.