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Der Rechtsanwalt rät: Versicherung darf nicht auf Billigwerkstatt bestehen

Rechtsanwalt Yves Girardot, in seiner Kanzlei mit dem Verkehrsrecht betraut, muss einen immer stärker werdenden Trend beobachten: Haftpflichtversicherer versuchen, nach einem Verkehrsunfall die Schadenshöhe des gegnerischen Fahrzeugs klein zu rechnen, um weniger zahlen zu müssen. "Hierauf sollten sich Unfallgeschädigte auf keinen Fall einlassen und grundsätzlich auf Ersatz des vollen Schadens vom Unfallverursacher bestehen", rät Rechtsanwalt Girardot von Rechtsanwälte Girardot Lörtzing Zocher in Ilmenau. Die Versicherungen wollten einfach nur Geld sparen.

Eingehendes Beispiel ist der häufige Versuch der Versicherungen, erhebliche Kürzungen an den Reparaturkosten vorzunehmen, weil die Reparatur in einer günstigeren Werkstatt möglich sei. Rechtsanwalt Girardot hierzu: "Nach § 249 Satz 2 BGB kann der Geschädigte den zur Schadensbeseitigung erforderlichen Geldbetrag verlangen. Grundsätzlich ist dabei der Stundensatz einer markengebundenen Fachwerkstatt nicht zu beanstanden." Der Geschädigte unterliegt allerdings einer sogenannten Schadensminderungspflicht. Im Einzelfall muss er sich tatsächlich auf eine günstigere Reparatur verweisen lassen, wenn ihm diese mühelos zugänglich ist und den Qualitätsstandard der Markenwerkstatt entspricht. Ist das Auto nicht einmal drei Jahre alt, darf der Geschädigte in jedem Fall in die Markenwerkstatt des Herstellers. Ebenso soll bei sog. scheckheftgepflegten Fahrzeugen auch darüber hinaus kein Verweis auf eine Billigwerkstatt zulässig sein.

Geschädigte eines Verkehrsunfalls sollten hiernach die Schadensberechnung und Kommunikation mit der gegnerischen Versicherung von Anfang an in die Hände eines im Verkehrsrecht versierten Anwalts geben. So wird auch keine Schadensposition vergessen. Etwaige Anwaltskosten muss der Unfallverursacher auch ersetzen, sodass der Geschädigte auf keinen Kosten sitzen bleibt.